Bilder | Vita | Ausstellungen | Einführungen | Presse | Kontakt        
Sie sind hier:
Einführungen > Einführung von
Thomas Kubisch
   
  [04.2004]
Dr. Karina Esmailzadeh
  [08.03.2004]
Einführung von
Thomas Kubisch
  [08.02.2004]
Dr. Matthias Brück
  [09.1992]
Einführung von
Dr. G. Uelsberg
   
   
 

Thomas Kubisch: Einführung in die Arbeit von Gabriele Martin

Anlass: Ausstellungseröffnung am 8. März 2004
Künstlergilde Buslat, Schloß Bauschlott/ Neulingen

Wer den einen oder anderen Ausstellungsraum betritt, wird über seine Augen von der Farbe empfangen. Die Arbeiten von Gabriele Martin, der meine Betrachtung gilt, sind im Saal gegenüber zu sehen. Der helle Anstrich des Raums reflektiert die kräftigen Farbtöne die die Künstlerin für ihre Bilder gewählt hat, um ein Vielfaches.

Farben sind Strahlungskräfte, Energien, die auf uns in positiver oder negativer Art einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.
Farbe ist Leben, denn eine Welt ohne Farbe erscheint uns wie tot.
Farben sind Ur- Ideen, Kinder des uranfänglichen Lichtes und seines Gegenparts, der farblosen Dunkelheit. Wie die Flamme das Licht, so erzeugt das Licht die Farben. Farben sind Kinder des Lichtes, und Licht ist die Mutter der Farben. Das Licht, dieses Urphänomen der Welt, offenbart uns in den Farben den Geist und die lebendige Seele dieser Welt.

„Mit dem Farbgleichgewicht malerische Fragen lösen, zum Beispiel –rote Behauptung vor blauem Raum-„ so beschreibt die Künstlerin , neben anderen Arbeitsprozessen, den Aufbau ihrer Arbeit.

Wer wie Gabriele Martin von einem Farbgleichgewicht in der Harmonie der Farben spricht, meint damit das Zusammenwirken von zwei oder mehreren Farben. Und nur wer in der Lage ist, den Begriff der Farbharmonie aus der subjektiv bedingten Gefühlslage in eine objektive Gesetzmäßigkeit herauszuheben, kommt der künstlerischen Bedeutung nahe.
Harmonie heißt Gleichgewicht, heißt Symmetrie der Kräfte.
Ein Gleichgewicht der Farbverteilung herbeizuführen, ist hierbei eine wesentliche Kompositionsaufgabe.

Immer wieder finden wir in den Bildern Gabriele Martins die Farbe Rot in ihren vielfältig vermischten Abstufungen, die sich den anderen Farben gegenüberstellt. Oft misst sich das Rot mit dem Blau. Zwei souverän konträre Farbkräfte, die sich gegenüberliegend oder zum Teil annähernd- beeinflussen.
Eine gewollte „Konfrontation“ von „Warm“ und „Kalt“ entsteht, die die Künstlerin durch eine entsprechende Gewichtung der Farbfelder ausgleicht.
Grün hat in den Bildern fast ein suchendes Bestreben und bewirkt dadurch einen belebenden Bildrhythmus zu den übrigen Farbdarlegungen.

Zum Farbspiel kommt die Konzentration des Farbauftrags, der sich teilweise bis zum pastosen Auftrag verdichtet, um diesem eine Struktur zu geben und sich damit optisch über die vorhandene Fläche hinaus auszudehnen. In Übereinstimmung steht die Geschmeidigkeit des Farbauftrages, der die informellen Flächen in verschiedene miteinander korrespondierende Aussagen aufteilt. Auf rechtwinkelige Auslegungen der Farbe wurde so gut wie verzichtet, lediglich der Bildrand bildet einen Kontrast zu den weichen Formenstrukturen.

Eine ständige Korrektur und Abwägung während des Arbeitsprozesses, welche gewollt für den Betrachter sichtbar bleibt ! ergeben einen besonderen Reiz und vielleicht auch eine Stabilisierung. Manche Bilder wurden während des Malens gedreht, um so die Farben behutsam einander anzunähern, die Farbformen aneinanderzureihen.

Oft ist der Kreis - das Rund – in ein besonders konzentriertes Farbenspiel, den Betrachter fast mitnehmend, eingebunden.

In der Komposition des Malens zu bleiben bedeutet: sich dem ständigen Kampf gegen die Verflüchtigung zum einen, und gegen Verfestigung von Farbe und Form zum anderen, zu stellen.

Die Malerei kann somit als Verdichtung der Alltagsstimmung angesehen werden. In der Malerei kommt das Seelentum zu voller Klarheit, wenn das Werk in sich abgeschlossen ist. Wie es auch Cezanne auszudrücken verstand:
Zitat:
„ Die Empfindung ist die Grundlage aller Malerei. Der Grad der persönlichen Ergriffenheit, der Beobachtungsfähigkeit des Charakters.“

Frau Martin bringt in ihren Bildern ein, was sie sieht. Ihre Arbeiten sind Spiegelungen ihrer Empfindungen, Kolorit ihrer Gefühle. Hier liegt die Stärke der Künstlerin, die es weiter auszubauen gilt- zur vollkommenen gelösten Harmonie.

Zum Herunterladen:

"Thomas Kubisch: Einführung in die Arbeit von Gabriele Martin"

PDF-Dokument herunterladen Download PDF (59 Kb)

Seitenanfang 

 
 
Aachen/Germany -- mail(AT)gabriele-martin.de -- www.gabriele-martin.de